4.13 WINDENSTART
Vor dem Start:
- Haube und Haubenfenster geschlossen
- Trimmung eingestellt;
- Notfallbriefing besprochen;
- Schleppstrecke und Ausklinkraum frei;
- richtige Sollbruchstelle verwendet;
- Startbereitschaft dem Helfer am Tragflügel durch Handzeichen signalisieren;
- volle Konzentration;
- Seilstraffen beobachten.
Anrollen
- Tragflächen waagerecht halten;
- die linke Hand ist in der Nähe des gelben Ausklinkgriffs;
- Höhensteuer in Neutralstellung halten und nicht nach hinten ziehen;
- mit dem Seitenruder die Richtung halten.
Abheben
- In einer flachen Steigfluglage abheben;
- Aufbäumen verhindern;
- Höhenruderausschlag je nach Segelflugzeugmuster (neutral bzw. gedrückt).
Anfangssteigflug
- Nach dem Abheben wird eine flache Anfangssteigfluglage beibehalten bis ausreichend Fahrt aufgeholt ist.
- Auf eine Startunterbrechung vorbereitet sein.
Steigflug
- Von der Anfangssteigfluglage ausgehend wird kontinuierlich steiler werdend in die Steigfluglage gesteuert.
- Die Steigfluglage wird ca. nach 5 - 7 Sekunden erreicht.
- Ein Anstellwinkel deutlich unterhalb des kritischen Anstellwinkels ist entscheidend für die Sicherheit im Steigflug.
- Die hohe Seilkraft erfordert eine angepasste höhere Geschwindigkeit, abhängig von der Steilheit des Schlepps etwa das 1,3 - bis 1,6 fache der Mindestgeschwindigkeit im freien Geradeausflug;
- die Geschwindigkeit ist während des gesamten Schlepps zu kontrollieren;
- bei zu niedriger Fahrt ist nachzudrücken, erforderlichenfalls auszuklinken;
- die Kontrolle der Steigfluglage erfolgt durch seitliches Hinaussehen;
- bei Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Windenschlepp ist ebenfalls auszuklinken;
- die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Windenschlepp ist dem Flughandbuch zu entnehmen.
- Bei einer Startunterbrechung entsprechend den festgelegten Notfallverfahren landen.
Ausklinken
- Im oberen Drittel des Schleppvorganges ist der Steigflug kontinuierlich bis in die Normalfluglage zu verringern.
- Nach automatischem oder manuellem Ausklinken nachdrücken.
- Die Ausklinkvorrichtung dreimal zügig betätigen (nachklinken).
Übergang in den Horizontalflug
- Normalfluglage einnehmen
- Fahrtkontrolle
- Austrimmen
- Blickpunkt beachten
- Orientierung im Luftraum
Ein Windenstart bringt dich in ca. 30 Sekunden auf etwa 400 m Höhe. Eine solch beeindruckende Startmethode erfordert volle Konzentration vom Piloten und Windenfahrer. Dies gilt besonders zu Beginn des Windenstarts. Hier muss schnell und handlungssicher reagiert werden. Die Flugbahn beschreibt jedes Mal denselben sicheren Startbogen. Er beginnt flach im Anfangssteigflug und wird allmählich steiler, sodass du die optimale Steigfluglage nach ca. 5 - 7 Sekunden erreicht hast. Alles ist für jeden einzelnen Start abhängig vom Segelflugzeug, dem Wind, dem Typ der Winde und den Steuereingaben des Piloten. Du orientierst dich und kontrollierst deinen Steigwinkel durch Herausschauen nach rechts und links. Als vorderen Bezugspunkt kannst du, wenn möglich, eine Wolke nehmen. Um den Windenstart zu erklären, unterteilen wir diesen in verschiedene Phasen.
ANSCHLEPPPHASE
Zum Anschleppen hältst du den Steuerknüppel neutral bis leicht gedrückt. Die Tragflächen hältst du durch angepasste Querruderausschläge waagerecht. Das Seitenruder darfst du beherzt mit größeren Ausschlägen nutzen, um ein Ausbrechen zu verhindern. Durch die niedrige Geschwindigkeit sind die Ruder nicht so gut wirksam. Deshalb sind für eventuelle Korrekturen größere und schnellere Ruderausschläge erforderlich.
Das Segelflugzeug wird bei genügend Geschwindigkeit und Auftrieb selbstständig abheben, ohne dass du es vom Boden wegziehst.
Sollte eine Tragfläche den Boden berühren, musst du sofort ausklinken.
Halte die linke Hand im Bereich des gelben Ausklinkgriffes, um im Notfall sofort ausklinken zu können. Auf gar keinen Fall solltest du dich am Griff für die Luftbremsen oder der Haubenverriegelung festhalten. Du könntest versehentlich die Luftbremsen entriegeln oder die Haube öffnen.
Wenn du bei ausreichender Fahrt die Steigfluglage langsam erhöhst, ist die Wiederherstellung der Normalfluglage nach einer Startunterbrechung jederzeit möglich.
ALLMÄHLICH DEN STEIGWINKEL ERHÖHEN, AUFBÄUMEN VERHINDERN!
In der ersten Phase des Windenstarts darfst du nicht zu steil werden. Kunststoffdoppelsitzer startest du meist mit Trimmung und Steuerknüppel in Neutralstellung. Einige Segelflugzeuge, wie z.B. die Ka 8, haben die Tendenz, nach dem Abheben zu steil zu steigen (Aufbäumen), insbesondere wenn der Windenfahrer zu schnell anzieht. Das kannst du durch angepasstes Drücken des Steuerknüppels verhindern.
Nach dem Abheben steigst du in einer flachen Steigfluglage. Von dieser Anfangssteigfluglage ausgehend steuerst du kontinuierlich steiler werdend in einem sanften Bogen in die Steigfluglage. Diese wird ca. nach 5.-.7 Sekunden erreicht.
Ein sicherer Windenstart ist eine Frage der Erfahrung, des Gefühls und nicht zuletzt auch der äußeren Umstände. Der Windenfahrer schätzt die Geschwindigkeit; er kann nicht auf den Fahrtmesser deines Segelflugzeugs schauen. Wann immer du durch Windböen oder Thermikblasen geschleppt wirst, variiert die Geschwindigkeit. Als Pilot kannst du die Geschwindigkeit per Funk durchgeben.
ZU LANGSAMER WINDENSTART
Wenn du zu langsam geschleppt wirst, musst du den Steuerknüppel nachlassen. Du meldest deine Fluggeschwindigkeit über Funk. Der Windenfahrer gibt jetzt Gas, deine Geschwindigkeit erhöht sich und du kannst den Steuerknüppel wieder allmählich anziehen.
Falls du weiter zu langsam bist, klinkst du aus.
Wird der Windenstart zu schnell, informiere per Funk den Windenfahrer und er wird langsamer schleppen. Wird die nach Flughandbuch zulässige Höchstgeschwindigkeit im Windenschlepp überschritten, ist sofort auszuklinken.
AUSKLINKHÖHE
Zum Ende des Windenschlepps wird dein Steigwinkel flacher und die Nase des Segelflugzeugs senkt sich.
Nun spürst du, wie der Seilzug zurückgeht und infolge der automatischen Ausklinkvorrichtung das Seil herausfällt. Wenn dies nicht geschieht, musst du ausklinken.
Jetzt nimmst du die Normalfluglage ein (nachdrücken), klinkst dreimal nach und trimmst dein Segelflugzeug aus. Orientiere dich.
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